Samstag, 24. Januar 2015

Der Ring der Nibelungen

Der Ring der Nibelungen, kurz auch Ring genannt, ist eine vierteilige Oper, Text und Musik von Richard Wagner. Mit Unterbrüchen schrieb er 26 Jahre an diesem Stück. Er stützte sich nicht auf das Nibelungenlied, sondern mehr auf skandinavische Nibelungendichtungen aus dem 13. Jahrhundert, in denen die Götter eine wichtige Rolle spielen. Im August 1876 wird das Werk uraufgeführt. Es ist die umfangreichste Oper, die je geschrieben wurde. Mit einer Aufführungsdauer von etwa 16 Stunden, einer Orchesterbesetzung von über 100 Musikern und 34 Solisten ist sie sehr aufwändig.

Personenbeschreibung



Woglinde, Wellgunde, Flosshilde

Rheintöchter, Bewacherinnen des Rheingoldes

Alberich

Räuber des Rheingoldes, Besitzer der Tarnkappe und des Rings, Herrscher des Reich der  Nibelungen, Gegenspieler von Wotan

Wotan

Gott, Herrscher der Welt, liess die Götterburg Wallhall bauen, hält seine eigenen Gesetzte nicht ein, an seiner Machtpolitik gehen die Götter und die bestehende Weltordnung zugrunde

Fricka

Ehefrau Wotans, Hüterin der Ehe und der Moral, Schwester der Götter Freia, Donner und Froh

Freia

Göttin der ewigen Jugend und Hüterin der Äpfeln, die die Götter nicht altern lassen

Loge

Halbgott und Vertrauter Wotans, bekannt für seine listigen Taten

Mime

Weiser Schmied, Alberichs Bruder, schmiedete den Tarnhelm

Fasolt, Fafner

Riesen, die Walhall erbauten, nach Streit um den Lohn erschlägt Fafner seinen Bruder

Erda

Seherin und weiseste Frau der Welt, hatte ein Verhältnis mit Wotan, Mutter der Walküre Brünnhilde

Siegmund

Ein Menschensohn Wotans, erobert das Schwert Notung, wird durch Hunding getötet

Sieglinde

Verlorengeglaubte Zwillingsschwester Siegmunds, wird später seine Geliebte, Mutter Siegfrieds

Hunding

Feind Siegmunds, finsterer Ehemann Sieglindes

Brünnhilde

Lieblingstochter und bevorzugte Walküre Wotans, Tochter von Erda

Gerhilde, Ortlinde, Walltraute, Schwertleite, Helmwige, Siegrune, Grimgerde, Rossweisse

Die acht Walküren, Brünnhildes Schwestern, bringen die gefallenen Helden nach Walhall

Siegfried

Sohn von Siegmund und Sieglinde, somit Enkel Wotans, schmiedet Notung neu, erschlägt den Drachen und Mime, gewinnt den Nibelungenschatz, erweckt Brünnhilde und schwört ihr ewige Treue, heiratet Gutrune, wird von Hagen ermordet

Gunther

Anführer der Gibichungen am Rhein, Ehemann Brünnhildes

Gutrune

Gunthers Schwester, verliebt sich in Siegfried und heiratet ihn

Hagen

Sohn Alberichs und Halbbruder Gunthers

 Das Rheingold

Die drei Rheintöchter Woglinde, Wellgunde und Flosshilde bewachen auf Befehl ihres Vaters das Rheingold. Leichtsinnig erzählen sie Alberich, einem Nibelungen, dass ein Ring geschmiedet aus dem Rheingold dem Träger die Herrschaft über die Welt bringen würde. Daraufhin kann er ihnen den Schatz mit Gewalt abnehmen und flüchten.

Gleichzeitig wird hoch über dem Rhein die neue Burg Walhall für Wotan fertiggestellt. Die beiden Riesen, die die Burg erbaut hatten, verlangen die Göttin Freia als Lohn. Wotan hatte sie ihnen versprochen, in der Hoffnung in der Zwischenzeit eine bessere Lösung zu finden. Loge, ein Halbgott, kommt zum Streit und erzählt vom Diebstahl des Rheingoldes. Wotan beschliesst darauf den Schatz zu stehlen und die Riesen so zu bezahlen.
In den Tiefen der Erde, wo Alberich nun Herrscher der Nibelungen ist, treffen Wotan und Loge auf Alberich. Mit Schmeicheleien bringt Loge ihn dazu sich mit Hilfe der Tarnkappe in eine Kröte zu verwandeln. So überlisten sie Alberich und bringen ihn auf eine Anhöhe über dem Rhein.
Für seine Freiheit muss er Wotan den Nibelungenhort, die Tarnkappe und den Ring abgeben.
Wotan steckt sich den Ring sofort an den Finger. Kurz darauf erscheinen die beiden Riesen. Sie verlangen so viel Gold, wie man braucht um Freia komplett einzudecken. Dazu muss auch die Tarnkappe und der Ring hergegeben werden. Wotan, der schon im Banne der Macht des Rings steht, weigert sich jedoch ihn abzugeben. Aus der Tiefe taucht die ur-weise Erda und warnt Wotan vor der verderblichen Macht des Ringes. Er besinnt sich, gibt den Ring her und zieht mit den anderen Göttern in ihr neues Machtzentrum Walhall ein.

Zwischengeschichte
Wotan begibt sich auf die Erde und zeugt dort mit verschiedenen Frauen acht Mädchen, die Walküren. Diese werden seine Leibgarde und sollen gefallene Helden in Walhall sammeln, um einen Angriff Alberichs abzuwehren.
Später zeugt er mit einer Menschenfrau zwei Kinder, Siegmund und Sieglinde. Sieglinde wird schon früh entführt und an Hunding als Braut verkauft. Die ersten Jahre verbringt Wotan zusammen mit seinem Sohn, verlässt ihn dann aber, damit Siegmund ohne göttliche Unterstützung seinen Weg findet. Später tötet er bei einem Kampf eine Familie und wird darauf von den Sippenangehörigen verfolgt.

Die Walküre
In einer Waldhütte treffen sich die beiden Zwillinge wieder. Die Hütte gehört Hunding, auch ein Sippenangehöriger. Er gewährt Siegmund eine Schonfrist, doch am nächsten Tag soll er gegen ihn kämpfen. Siegmund findet im Baum auch sein vom Vater versprochenes Schwert, das er Notung nennt. Siegmund und Sieglinde verlieben sich und fliehen danach.
Fricka, die Göttin der Ehe, ist gar nicht erfreut über das sich liebende Zwillingspaar. Sie überzeugt Wotan davon, dass Siegmund sterben muss. Daraufhin befiehlt er seiner Tochter Brünnhilde, im bevorstehenden Kampf Hunding zu schützen, damit Siegmund stirbt.  
Inzwischen hat sich Alberich die Gunst einer Frau erkauft und mit ihr einen Sohn gezeugt. Wenn dieser Nibelungensohn den Ring in seinem Besitz hätte, wäre er mächtiger wie die Götter.
Brünnhilde wiedersetzt sich dem Befehl ihres Vaters und möchte im Kampf Siegmund schützen. Doch Wotan schreitet ein und zerschmettert Siegmunds Schwert. Somit kann Hunding Siegmund töten. Brünnhilde sammelt die Reste des Schwertes auf und flieht zusammen mit Sieglinde. Wotan ist verbittert über den Tod seines Sohnes und verärgert, dass seine Tochter seinen Befehl missachtet hat. Er tötet Hunding und verfolgt Brünnhilde.
Brünnhilde sieht ein, das sie nicht mit Sieglinde fliehen kann. Diese verabschiedet sich von ihr, gibt ihr die Reste des Schwertes. Brünnhilde prophezeit ihr, dass sie einen Sohn zur Welt bringen wird, denn sie Siegfried nenne soll.
Wotan erreicht sie daraufhin.  Als Strafe versetzt er sie in einen tiefen Schlaf und derjenige der sie weckt, wird ihr Mann. Er verabschiedet sich rührend von seiner Lieblingstochter und befiehlt Loge um den Felsen, auf dem Brünnhilde schläft, ein riesiges Feuer zu entfachen, damit sie nur ein furchtloser Held zur Frau haben kann.



Siegfried

Sieglinde trifft in einer Waldhöhle Mime. Bei der Geburt ihres Sohnes stirbt sie jedoch. So übernimmt Mime die Erziehung Siegfrieds. Eines Tages erzählt Mime ihm die Geschichte seine Herkunft und zeigt ihm die Reste des Schwertes. Mime grübelt wie er aus den Resten ein neues Schwert schmieden kann. Da tritt Wotan, als Wanderer verkleidet, in die Hütte ein. Dieser erzählt Mime, dass nur derjenige, der sich noch nie fürchtete, das Schwert neu schmieden könne.
Siegfried kehrt unterdessen in die Hütte zurück und beginnt das Schwert neu zu schmieden. Er wendet eine neue Technik (Stahl giessen) an und schafft so ein völlig neues Schwert.
Mime verfolgt einen hinterlistigen Plan. Er will, dass Siegfried den Drachen, der den Nibelungenschatz bewacht, tötet. Danach will er Siegfried töten und so Herrscher der Welt werden.
Währenddessen steht Alberich vor der Höhle des Drachen und wartet auf den erhofften Drachentöter. Kurze Zeit später treffen Siegfried und Mime ein. Mime zieht sich in den Wald zurück und wartet auf einen günstigen Augenblick um Siegfried zu töten. Siegfried kämpft inzwischen mit dem Drachen. Mit Notung im Herzen bricht der Drache zusammen und warnt seinen Bezwinger vor der Hinterlist Mimes. Siegfried nimmt sein Schwert wieder an sich und badet im Blut des Drachens. Diese Bad macht in unverwundbar, bis auf eine Stelle auf seiner Schulter, wo während des Bades ein Blatt klebt. Nach dem Bad kann er verstehen, was die Vögel sagen. Zur selben Zeit kommt es vor der Höhle zum Streit zwischen den Brüdern Alberich und Mime. Beide wollen den Schatz nicht teilen. Siegfried kommt zum Streit und tötet Mime. Die Vögel hatten ihm die Absichten seines Ziehvaters erzählt. Nun singt der Waldvogel von der schönen Brünnhilde, die auf einem Felsen schläft und auf ihren Retter wartet.
Wotan ruft nochmal einmal Erda an, doch auch sie ist mit ihrer Weisheit am Ende. Wotan ist resigniert, will die Götterherrschaft beenden und Siegfried als Erbe ernennen. Dieser ist auf dem Weg zu Brünnhilde, doch Wotan verstellt ihm den Weg. Siegfried zeigt keine Angst und setzt seinen Weg fort. Ohne Mühe durchschreitet er das Feuer und erweckt Brünnhilde mit einem langen Kuss.
 

Götterdämmerung

Siegfried und Brünnhilde tauschen Liebeszeichen aus. Er schenkt ihr den Ring und sie ihm ihr Ross Grane. Bevor er zu neuen Abenteuern aufbricht schwören sie sich ewige Liebe und Treue.
Siegfried erreicht den Hof der Gibichungen, wo Gunther, Gurtrune und Hagen leben. Hagen, unehelicher Sohn Alberichs, manipuliert Siegfried mit einem Trank, dass er Brünnhilde vergisst und sich Gutrune als Frau wünscht. Zusammen mit Gunther macht sich Siegfried zum Walkürenfelsen auf. Er will sich mit Hilfe der Tarnkappe in Gunther verwandeln und Brünnhilde so erobern. Hagen bleibt in der Burg zurück und hat nur eines im Kopf: Er will den Ring, der Siegfried ihm bringen soll.
Waltraute, eine Schwester Brünnhildes, besucht diese in der Felsenhöhle. Sie kommt mit der Bitte Wotans, den Ring den Rheintöchtern zurückzugeben und den Fluch so zu beenden. Brünnhilde denkt aber gar nicht daran Siegfrieds Liebespfand abzugeben.
Als plötzlich Siegfried in Gestalt von Gunther vor ihr steht und ihr den Ring entreisst, ist sie zu Tode erschrocken. Er zwingt sie dazu, die Nacht mit ihm zu verbringt, legt jedoch aus Treue zu Gunther das Schwert zwischen sich und die Frau, der er ewige Liebe und Treue versprochen hat. Dies hat er jedoch wegen Hagens Trank vergessen.
Siegfried kehrt zur Burg zurück und zeigt Hagen voller Stolz den Ring. Beim Empfang für Gunther und seine Braut Brünnhilde sieht sie den Ring an Siegfrieds Hand, obwohl der Ring eigentlich bei ihrem vermeintlichen Eroberer Gunther sein sollte. Brünnhilde bemerkt den Betrug und ist zutiefst verletzt. Zusammen mit Hagen und Gunther verschwört sie sich um Siegfried zu töten.
Am nächsten Tag wird eine Jagd veranstaltet an der auch Siegfried, Gunther und Hagen teilnehmen. Siegfried verfolgt eine Bärenspur und trifft auf die Rheintöchter. Diese warnen ihn vor dem Ring, doch er prahlt von seinen Erfolgen. Zurück bei der Jagdgesellschaft, singt er den Männern aus seinem Leben vor. Er erhält von Hagen einen Trank, der sein Gedächtnis wieder belebt. Er singt von seiner unsterblichen Liebe zu Brünnhilde. Gunther ist darauf als Ehemann Brünnhildes schwer gekränkt. Hagen spielt den Rächer und stösst Siegfried von hinten nieder. Im Sterben erkennt Siegfried seinen Irrtum und seine unendliche Liebe zu Brünnhilde.
Gutrune ist entsetzt über den Tod ihres Gatten. Hagen verlangt als Lohn für die Ermordung den Ring, aber auch Gunther hat Interesse am Ring. Bei dem anschliessenden Kampf ersticht Hagen seinen Halbbruder. Gerade als Hagen Siegfried den Ring abnehmen will, hebt sich der Arm des Toten. In diesem unheimlichen Augenblick tritt Brünnhilde auf und bezeichnet sich als die eigentliche Geliebte und Ehefrau Siegfrieds. Sie will ihm in den Tod folgen und so den Fluch des Rings lösen. Sie lässt einen Scheiterhaufen errichten, setzt diesen in Brand, nimmt den Ring an sich und reitet mit ihrem Pferd Grane ins Feuer.
So endete die bisherige Weltordnung: Die Burg der Götter geht in Flammen auf. Der Rhein tritt über die Ufer, sodass die Rheintöchter den Ring aus Brünnhildes Hand nehmen können. Hagen wird in die Tiefen des Wassers gezogen. Das vom Fluch befreite Gold ist wieder an seinem ursprünglichen Ort zurück.

 



Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Ring_des_Nibelungen
 

 

Montag, 19. Januar 2015

Das Nibelungenlied


„Uns ist in alten Maeren wunders vil geseit
von helden loberen, von grôzer arebeit,
von freuden, hôchgezîten, von weinen und von klagen,
von küener recken strîten muget ír nu wunder hoeren sagen.“

(Fassung C, Donaueschinger Handschrift, liegt in Karlsruhe)

 
Uns wird in alten Erzählungen viel Wunderbares berichtet,
von rühmenswerten Helden, grosser Kampfesmühe, von Freuden, Festen, von Weinen und von Klagen;
von den Kämpfen kühner Helden könnt ihr nun Wunderbares erzählen hören.

 

Erste Seite der Fassung C
So beginnt das bekanntes Werk aus dem deutschen Mittelalter, das Nibelungenlied. Die Textfassung, die man noch heute kennt, entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Geschichte an sich ist jedoch viel älter. Überliefert ist die Sage in 37 deutschen und einer holländischer Handschrift. Sie wurden hauptsächlich in der Schweiz und in Österreich gefunden. Die drei ältesten vollständigen Handschriften liegen heute in der Bayrischen Staatsbibliothek, in der Stiftsbibliothek St.Gallen und in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Die Entstehung ist immer noch sehr umstritten. Feststeht, dass es viele mündliche Ausgaben der Nibelungensage gegeben hat und dass die Sage aus dem skandinavischen Raum stammt. Eine Theorie ist, dass die weit verbreitete Sage immer wieder von ihren Erzählern verändert wurde und so verschiedene Fassungen niedergeschrieben worden sind. Eine weitere, wahrscheinlichere Theorie besagt, dass es eine Originalausgabe und so auch nur einen Autor gegeben hat. Diese Originalausgabe wurde von anderen abgeschrieben und abgeändert.
Das Lied ist in vierzeilige, sich reimende Strophen unterteilt. Die ca. 2400 Strophen (je nach Fassung) werden noch heute vorgesungen, auch wenn die Melodie und der Rhythmus nicht rekonstruiert werden konnten.


 

Zum Inhalt der Geschichte: Die Geschichte beginnt damit, dass Sigfried um die Hand der schönen Kriemhild anhält. In der Vorgeschichte wird erzählt, dass Siegfried sich den Nibelungenschatz und die Tarnkappe erkämpft hat. Ausserdem wird auch von einem Drachenkampf berichtet. Siegfried gewann diesen Kampf, badete im Blut des Drachen und ist seit dem bis auf eine kleine Stelle auf der Schulter unverwundbar. Gunther, einer der Burgunderkönige und Bruder Kriemhilds, erlaubt eine Hochzeit mit Kriemhild aber erst, wenn Siegfried ihm geholfen hat Brünhild, die Königin von Island, für sich zu gewinnen. Brünhild nimmt aber nur denjenigen zum Mann, der sie  in einer Art Dreikampf besiegen kann. Mit Hilfe der Tarnkappe besiegt Siegfried, der anstelle von Gunther kämpft, Brünhild.
„Unt waere im Sîfrit nihit ze helfe komen,
sô hete si den künige sînen lîp benomen.
er gie dar tougenlîche unt ruort´ im sîne hant. 
Gunther sîne liste vil harte sorclîch ervant.“

 
 
Und wäre ihn Siegfried nicht zur Hilfe gekommen,
dann hätte sie dem König das Leben genommen.
Siegfried handelte im Verborgenen und führte Gunther die Hand,
der diese List mit grosser Sorge empfand.


 
In der Königsburg von Worms wird nun eine Doppelhochzeit gefeiert. Brünhild verweigert Gunther jedoch ihr Bett, worauf Siegfried sie wieder mit der Tarnkappe niederringen muss. Siegfried überlasst sie Gunther, welcher sie darauf vergewaltigt.  

„Daz volc was im entwichen, vrouwen unt man,
do want diu kemenâte vil balde zuo getân.
er wânde, er solde triuten ir minneclîchen lîp:
jâ was iz noch unnâhen, ê daz si wúrdé sîn wîp.“
 
Als die Damen und Herren seines Gefolges sich entfernt hatten,
wurde das Gemach schnell geschlossen.
Jetzt hoffte Gunther, die begehrenswürdige Brünhild lieben zu dürfen.
Doch es war noch längst nicht so weit, dass sie seine Frau wurde.


 
Doch vorher entwendet Siegfried den Keuschheitsgürtel und einen Ring von Brünhild. Später schenkt er diese Dinge seiner Frau Kriemhild ohne ihr zu sagen woher er sie hat.
Zehn Jahre später geraten die beiden Königinnen bei einem Fest in einen Streit. Kriemhild offenbart dabei das Geheimnis um die zweite Hochzeitsnacht indem sie ihr Ring und Gürtel zeigt. Brünhild ist darauf schwer gedemütigt.
„Ze samne si dô kômen vor dem münster wit.
ez tet diu hûsvrouwe durch einen grôzen nît
sie hiez vil übelîche Kriemhilde stille stân:
„jâ sol vor küniges wibe nimmer eigen diu gegân.“

 
Die beiden Königinnen trafen vor dem weiträumigen Münster aufeinander.
Die Landesherrin handelte aus grossem Hass und befahl Kriemhild in scharfem Ton stehen zu bleiben:
„Ja, vor der Gemahlin des Königs darf die Frau eines Leibeigenen nicht den Vortritt haben.“

 
Ihr Versal, Hagen von Tonje, nimmt diese tödliche Beleidigung zu Anlass Siegfried aus dem Weg zu schaffen. Er entlockt Kriemhild das Geheimnis um die verwundbare Stelle auf Siegfrieds Schulter. Auf einer Jagt ermordet Hagen den nichtsahnenden Siegfried.

„Dâ der herr Sîfrit ob dem brunnen tranc,
er schôz im durch das kriuz, das von der wunde spranc
das bluot in von dem herzen vaste an Hagenen wât.
sô grôze misswende ein helt nimmer mêr begât.“
 
Als Herr Siegfried über der Quelle gebeugt trank,
schoss Hagen durch das Kreuz hindurch, sodass aus der Wunde viel Blut vom Herzen bis an Hagens Kleidung sprang.
Eine so folgenschwere Untat wird nie wieder ein Held begehen.


 
Viereinhalb Jahren später gelingt es Hagen den Nibelungenschatz von Kriemhild zu stehlen und im Rhein zu versenken. Kriemhild sinnt auf Rache und heiratet den Hunnenkönig Etzel. Nach weiteren dreizehn Jahren lädt sie die Burgunder zu Etzel ein. Beim Mahl werden auf Befehl von Kriemhild alle neuntausend unbewaffneten Ritter der Burgunder getötet. Hangens Bruder Dankwart bringt die Nachricht an die Festtafel, worauf Hagen die Türen verschliessen lässt und Kriemhilds und Etzels Sohn tötet. Es entsteht ein blutiger Kampf bei dem alle Hunnen im Saal fallen. Die einzigen Überlebenden, Hagen und Gunther werden von Dietrich von Bern übermannt und Kriemhild ausgeliefert. Zuerst lässt sie ihren Bruder Gunther köpfen, bevor sie selbst Hagen köpft. Dass dieser Held durch die Hand einer Frau sterben musste, entfacht den Zorn Hildebrants, der Waffenmeister Dietrichs, und tötet die laut schreiende Kriemhild.

„Dô was gelegen aller dâ der veigen lîp.
ze stücken was gehouwen dô daz edele wîp.
Dietrich und Etzel weinen dô began,
si klagten inneclîche beide mâge únde man.“

 
 
Da lagen nun alle, denen bestimmt war zu sterben, tot am Boden.
Die edle Frau war in Stücke gehauen.
Dietrich und Etzel weinten.
Sie klagen von Herzen um Verwandte und Gefolgsleute.
  
 
Nibelungen-Handschrift C, Blatt 83r
letzte Seite der Fassung C


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Nibelungenlied



Montag, 12. Januar 2015

Vorgeschichte und Geschichte der deutschen Sprache


Die indogermanischen Sprachen, zu der das Deutsch gehört, waren in Europa und Teile Asiens verbreitet. Später breiteten sie sich weiter aus. Dies vor allem dank der europäischen Expansion und den Völkerwanderungen. Die Sprachfamilie ist heute die sprechreichste der Welt. Diese Sprachen wurden schon vor der Bronzezeit (ca. 1700 v. Chr. beginnend) gesprochen. Es handelt sich somit um steinzeitliche Sprachen. Es gab aber keine „Ursprache“, da es nie ein einheitliches Indogermanisch gegeben hatte.  

Nicht alle europäischen Sprachen können auf das Indogermanische zurückgeführt werde. Sie liegen zwar im indogermanischen Sprachraum, stammen aber von einer anderen Sprachfamilie ab. Bakisch, Ungarisch, Finnisch, Türkisch oder Georgisch gehören zu Beispiel nicht zu den indogermanischen Sprachen.

Die Sprachfamilie basiert auf grammatikalische und lexikalische Gemeinsamkeiten. Die grammatikalischen Gemeinsamkeiten sieht man zum Beispiel an Verbformen. Unter lexikalischen Gemeinsamkeiten versteht man die Ähnlichkeiten der Lautgestalt. Zum Beispiel heisst es im Englischen mother, im Lateinischen mater, im Russischen máteri und im Griechischen meter. Aus dem indogermanischen Wortschatz kann man Rückschlüsse auf die Lebensweise der Stämme ziehen. Demnach kannte man Ackerbau, Vieh, Honig, das Meer, Pferde oder Wagen, nicht aber einen Esel oder eine Katze.

Einige der indogermanischen Sprachen sind ausgestorben. Die noch heute lebendigen Sprachen werden in 10 Gruppen eingeteilt:

 
 
Überlieferung
Ausgestorbene Sprachen
Heutige Sprachen
Ort
Indisch
Als altindisch in den brahmanischen Veda-Texten und im sanskrit, einer Kunstsprache der altindischen Literatur
 
In vielen Dialekten, Hindi (Indien), Urdu (arabische Schrift), ‚Bangali (Bangladesch), Nepali und Sinhalisch (Sri Lanka)
Die Sprache der Romas und andere Nomadenvölker gehören zum indischen Zweig.
Indischer Raum
Iranisch
Vor allem in den altpersischen Königsschriften
 
Afghanisch, Belutschisch, Tadschikisch, Ossetisch, Kurdisch
Vorstufe des modernen Persischen
Persien
Armenisch
Als Kirchensprache seit dem 5. Jahrhundert
 
Heute Staatssprache in Armenien
Armenien
Griechisch
ab dem 8. Jh. Vor Chr.
 
Koine
Neugriechisch
Griechenland
Albanisch
15./16. Jahrhundert
 
Albanisch
Balkaninseln und Unteritalien
Italisch
6. Jahrhundert v. Chr.
Latein (Vulgärleitein)
Französisch, Italienisch, Sardisch, Provenzalisch, Katalanisch, Rätoromanisch, Furlan, Ladinisch
Italien, Frankreich, Spanien, Portugal
Keltisch
Vor ca. 2000, 3000 Jahren waren weite Teile Europas und auch Teile Kleinasiens keltisch.
Überliefert vor allem in Inschriften und Örtlichkeitsnamen.
Die reine keltische Sprache wurde völlig zugunsten anderer (v.a. romanischer) Sprachen aufgegeben.
Irisch, Kymrisch, Bretonisch und Gällisch
Teile Grossbritaniens
Baltisch
14. bis 17. Jahrhundert
 
Lettisch und Litauisch
Litauen, Lettland
Slawisch
(Alt)kirchslawische Texte ab dem 10. Jh.
 
Slowenisch, Weissrussisch, Ukrainische, Polnische, Tschechische, Slowakische, Sorbische
Fast ganz Osteuropa
Germanisch
Seit dem 13. Jh.
Die älteste alphabetisch überlieferte germanische Sprache ist das (ausgestorbene) Gotisch.

Isländisch, Norwegisch, Schwedisch, Dänisch, Färöisch, Englisch, Niederländisch mit Tochtersprache  Afrikaans, Friesisch, Deutsch mit Tochtersprache Jiddische
Deutschland, Schweden, Norwegen, England, die Niederlande, Island

 
Deutsch
Das Deutsch gehört zu den germanischen Sprachen. Die älteste überlieferte germanische Sprache ist das inzwischen ausgestorbene Gotisch. Überliefert ist das Deutsch seit dem 13. Jahrhundert. Damals gab es wie heute sehr viele Varianten.
Aus dem Althochdeutsch (ca. 600-1050) entwickelte sich die Sprache zum Mittelhochdeutsch (bis ca. 1350), zum Frühneuhochdeutsch (bis ca. 1650) und schliesslich zum Neuhochdeutsch. Erst in der neuhochdeutschen Periode kahm es zu einer einheitlichen deutschen Sprache. Die heutigen hochdeutschen Standard Sprachen in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland sind fast identisch.

 

Freitag, 2. Januar 2015

Im Rahmen eines Deutschprojektes setzte ich mich einen Monat lang mit der Literatur des Mittelalters auseinander. Im Blog werde ich mein Erarbeitetes festhalten. 

Ich erwarte eine spannende Zeit, da ich das Mittelalter eine sehr interessante Epoche finde und selber nicht viel über die Literatur in dieser Zeit weiss. Die Arbeit an einem Blog ist für mich neu und wird sicher anspruchsvoll sein.
Mein Ziel ist es, regelmässig spannende und informative Text über verschiedene Themen zu schreiben.


Über die Literatur dieser Epoche weiss ich, wie gesagt, nicht viel. Im Geschichtsunterricht haben wir nur wenig über die Literatur besprochen. Zu dieser Zeit bestand Literatur nur aus handgeschriebenen, in lateinischer Sprache verfassten Büchern. Diese Bücher wurden von Mönchen abgeschrieben und so vervielfältigt. Ein grosser Teil der Bevölkerung beherrschte das Latein nicht und so konnte nur ein kleiner Teil die Bücher nutzen. Die Bücher waren sozusagen von Mönchen für Mönche geschrieben. Deshalb waren es auch oft kirchliche oder biblische Texte. Zu dieser Zeit existierten jedoch viele Märchen, Sagen usw., die mündlich von Generation zu Generation weitergegeben und erst eine Epoche später aufgeschrieben wurden. Diese Sagen handelten oft von Rittern, die eine Prüfung bestehen mussten und dann als Held zurückkehrten, wie zum Beispiel die Artussagen oder das Nibelungenlied. Die Geschichten sollten die Bevölkerung von ihrem Trostlosen Alltag ablenken und sie in eine bessere Phantasiewelt entführen. Die Schrift im Mittelalter war die gleiche wie unsere heutige. Doch auf den ersten Blick sieht sie anders aus, da einige Buchstaben anders geschrieben wurden. Oft wurde auch im jeweiligen Dialekt geschrieben, was das lesen für uns heute schwieriger macht.

Mein sonstiges Vorwissen über das Mittelalter basiert hauptsächlich auf geschichtliches Wissen. 



Beispiel für eine mittelalterliche Burg
Nürnberger Burg
Das mittelalterliche Leben war geprägt vom  Lehenswesen, von der Ständegesellschaft und dem Christentum. Der Adel herrschte über die Bauern und hatten die Aufgabe die anderen Stände zu beschützen. Der Klerus (die Geistlichen) ermöglichte den Menschen das Seelenheil. Die Bauern arbeiteten für sich und den Adel.
Macht war zu dieser Zeit an Land gebunden. Doch nur der Adel hatte Land und so lebten die Bauern auf dem Land der Adligen. Die Bauern mussten als Ausgleich, das sie auf dem Land leben konnten, den Adligen etwas zurückgeben, was meist Naturalabgaben oder Geld waren. Die Leidtragenden in diesem Gesellschaftssystem waren ganz klar die Bauern, denn diese wurden ausgenutzt und kahmen nur sehr selten aus der Armut heraus.



St. Michaels Kirche in Hildesheim



Der Glaube war im Mittelalter sehr wichtig und die Kirche stand im Mittelpunkt des Lebens. Die Kirche war das Zentrum des Wissens, was hauptsächlich daran lag, dass nur die Mönche schreiben konnten. Sehr wichtig für die Menschen zu dieser Zeit war, nach dem Tod in den Himmel zu kommen. Dies konnte nur mithilfe der Kirche erreicht werden.






Im Mittelalter entstanden viele Städte und der Handel florierte, dadurch entstand gegen Ende der Epoche eine Mittelschicht, die hauptsächlich aus Handwerkern, Händler und Kaufleuten bestand.
Trotz diversen Krankheiten und geringer Lebenserwartung wuchs die Bevölkerung. Was hauptsächlich auf das günstige Klima zurückzuführen ist.  
Eine dunkle Zeit begann im 16. Jahrhundert mit der Hexenverfolgung. Heute geht man davon aus, dass im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit in ganz Europa bis zu 60´000 Menschen umkamen.



Die Zeit wird sicher interessant und lehrreich. Die neuen Erfahrungen mit einem Blog zu arbeiten kann ich wahrscheinlich später einmal gut gebrauchen. Ich freue mich auf die etwas andere Art an ein Deutschprojekt zu arbeiten.